Gastvortrag von Fresenius im Master Unternehmenssteuerung

Herr Dr. Sebastian Göbel, Head of Digital Controlling and Business Analytics, von Fresenius Kabi hielt am 15.01.2019 einen Gastvortrag zum Thema „Finance Function of the Future: Challenges and Perspectives“ im Rahmen des Moduls Advanced Controlling.


Herr Dr. Göbel stellte in seinem Vortrag die Herausforderungen für die Finanzfunktion vor, die vor allem von zwei Phänomenen geprägt werden: Zum einen bewegen sich Unternehmen in einer Umwelt, die auf Grund ihrer inhärenten Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Uneindeutigkeit oftmals mit dem Akronym VUCA (volatility, uncertainty, complexity, ambiguity) beschrieben wird. Zum anderen befindet sich die Unternehmenslandschaft in einer digitalen Transformation, die betriebswirtschaftliche Prozesse, Hierarchien und auch Geschäftsmodelle nachhaltig verändern wird. Hieraus entstehen neue Anforderungen für die Finanzfunktion wie die notwendige Implementierung neuer Technologien, um den Fokus des Performance Managements von einer reaktiven zu einer proaktiven, gestaltenden Vorgehensweise zu lenken und sowohl Kosten- als auch Effizienzpotentiale zu heben. Dabei werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Finanzbereichs neue Kompetenzen und Fähigkeiten abverlangt und die Agilität der Finanzprozesse wird auf die Probe gestellt. Weiterhin kommt der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit (z.B. mit der IT Abteilung) eine noch stärkere Bedeutung zu.


Herr Dr. Göbel ging in seinem Vortrag explizit auf die Digitalisierung ein, deren Relevanz für die Finanzfunktion er mit der Bezeichnung „Digital Finance Imperative“ hervorhob. Hierbei stellte er unter anderem die neue Berufsgruppe des Data Scientist vor, der in der Finanzfunktion vor allem die Rolle zukommt, den Fokuswechsel von einer Vergangenheitsorientierung hin zu einer entscheidungsrelevanten Zukunftsorientierung zu unterstützen. Weiterhin präsentierte er die Konzepte Big Data, Predictive Analytics, Robotics und Mobile Reporting und diskutierte welche Rolle sie in der nahen Zukunft spielen werden.


Abschließend betonte Herr Dr. Göbel, dass man bei den aktuellen Diskussionen um neue Technologien und ihrer Implementierung jedoch nicht den Faktor Mensch außer Acht lassen darf: Es handele sich bei der Digitalisierung nicht um einen revolutionären, sondern um einen evolutionären Prozess, für den es keine sog. „Silver Bullet“, d.h. keine allgemein gültige Vorgehensweise, gebe. Grundlage des Wandels sei jedoch stets, dass man nicht nur eine Weiterentwicklung der Prozesse und Technologien vorantreibt, sondern auch eine Änderung im Mindset initiiert, d.h. in der Denkweise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche letztlich den wichtigsten Treiber des digitalen Fortschritts darstellen.